Der islam und die Kreuzzüge (Teil 1)

Zitat aus dem Buch "Die Kraft und die Vernunft".

Oriana Fallaci.

List-Verlag, 1. Auflage April 2004.

Im Jahr 635 n Chr., das heißt drei Jahre nach Mohammeds Tod, besetzten die Heere des Halbmondes das christliche Syrien und das christliche Palästina.

Im Jahre 638 nahmen sie Jerusalmen und das Heilige Grab. Im Jahr 640, nach der Eroberung von Persien, Armenien und Mesopotamien, also dem heutigen Irak, marschierten sie im christlichen Ägypten ein und überrannten den christlichen Maghreb, das heißt Tunesien, Algerien und Marokko.

Im Jahr 668 griffen sie zum ersten Mal Konstantinopel an und belagerten die Stadt fünf Jahre lang.Im Jahr 711 überquerten sie die Straße von Gibraltar und gingen auf der erzkatholischen Iberischen Halbinsel an Land, eigneten sich Portugal und Spanien an, wo sie trotz eines Pelayo und eines Cid Cameador und der zahlreichen, in der Reconquista engagierten Herrscher runf acht Jahrhunderte blieben.

Und wer an den Mythos des "friedlichen Zusammenlebens" glaubt, das nach Meinung der Kollaborateure die Beziehung zwischen Eroberten und Eroberern prägte, täte gut daran, die Geschichten über verbrannte  Konvente und Klöster nachzulesen, über geschändete Kirchen, vergewaltigte Nonnen, christliche und jüdische Frauen, die entführt wurden und in die Harems gesperrt wurden. Er täte gut daran, über die Kreuzigungen von Córdoba nachzudenken, über die Gehenkten von Granada, über Enthauptungen in Toledo und Barcelona, Sevilla und Zamora (Die in Sevilla befahl Mutamid, der König, der mit den abgeschlagenen Köpfen die Gärten seines Palasts schmückte. Die in Zamora befahl Almanzor: der Wesir, der "Mäzen der Philosophen" genannt wurde, der "größte Herrscher, den das islamische Spanien je hervorgebracht hat"

Herrgott! Wenn man den Namen Jesu oder der Muttergottes aussprach, wurde man sofort hingerichtet. Gekreuzigt, wie gesagt, oder enthauptet oder gehenkt. Und manchmal gepfählt. Wenn man die Glocken läutete, ebenso. Wenn man sich grün kleidete, in der Farbe des Islam, idem. Und kam ein Muslim vorüber, mussten die "ungläubigen Hunde" beiseite treten, sich verneigen. Wenn der Muslim sie angriff und beschimpfte, durften sie sich nicht wehren. Und weißt du, warum die "ungläubigen Hunde" nicht gezwungen wurden, zum Islam überzutreten? Weil Konvertiten keine Steuern zahlten. Die "ungläubigen Hunde" dagegen schon.

Von Spanien gelangten sie 721 ins nicht weniger katholische Frankreich. Unter der Führung von Abd al-Rahman, dem Gouverneur von Andalusien, überquerten sie die Alpen und eroberten Narbonne. Dort metzelten sie die gesamte männliche Bevölkerung nieder, machten alle Fraune und Kinder zu Sklaven und zogen dann weiter nach Carcassonne. Von Carcassonne rückten sie sie nach Nimes vor, wo sie unter Mönchen und Patres ein Blutbad anrichteten. Von Nimes zogen sie nach Lyon und Dijon, wo sie jede einzelne Kirche plünderten, und weißt du, wie lang ihr Feldzug in Frankreich dauerte? Elf Jahre.

Im Jahr 731 erreichte eine Welle von dreihundertachzigtausend Fußsoldaten und sechzehntausend Reitern Bordeaux, das sich sofort ergab. Von Bordeaux schwappte sie nach Poitiers, dann nach Tours, und hätte Karl Martell nicht 732 die Schlacht von Poitiers-Tours gewonnen, würden heute noch die Franzosen Flamenco tanzen.

Im Jahr 827 landeten sie auf Sizilien, einem weiteren Ziel ihrer Begierde. Wie gewöhnlich mordend und brandschatzend eroberten sie Syrakus und Toarmina, Messina und dann Palermo, und innerhalb eines drei viertel Jahrhunderts (so lange brauchten sie, um den stolzen Widerstand der Sizilianer zu brechen) islamisierten sie die Insel. Sie bleiben mehr als zweieinhalb Jahrhunderte, nämlich bis sie von den Normannen vertrieben wurden, doch 836 landeten sie in Brindisi. 840 in Bari. Und islamisierten auch Apulien.

841 landeten sie in Ancona. Dann kehrten sie von der Adria ins Thyrrenische Meer zurück und landeten im Sommer 846 in Ostia. Sie plünderten es, zündeten es an und gelangten die Tibermündung hinauf nach Rom. Sie belagerten die Stadt und drangen eines Nachts in sie ein. Sie raubten die Basiliken des Heiligen Petrus und des Heiligen Paulus aus, plünderten, was es zu plündern gab. Um sie loszuwerden, musste der Papst Sergius II. sich verpflichten, ihnen einen jährlichen Tribut von 25.000 Silbermünzen zu zahlen. Um weiteren Angriffen vorzubeugen, musste sein Nachfolger Leo IV. die Leonischen Mauern errichten.

Nachdem sie von Rom abgelassen hatten, ließen sie sich jedoch in Kampanien nieder. Dort blieben sie siebzig Jahre lang, zerstörten Montecassino und quälten Salerno. In dieser Stadt belustigten sie sich eine Zeit lang damit, jede Nacht die Jungfräulichkeit einer Nonne zu opfern. Weißt du, wo? Auf dem Altar der Kathedrale.

Im Jahr 898 dagegen landeten sie in der Provence. Im heutigen Saint-Tropez, um genau zu sein. Dort ließen sie sich nieder und überquerten 911 die Alpen, um im Piemont einzumarschieren. Sie besetzten Turin und Casale, zündeten Kirchen und Biblotheken an, ermorderten Tausende von Christen, dann zogen sie weiter in die Schweiz. Sie erreichten das Bündner Tal und den Genfer See, dann kehrten sie, vom Schnee entmutigt, um.

Sie zogen sich zurück in die warme Provence, besetzten 940 Toulon und...

Heute ist es Mode, sich wegen der Kreuzzüge an die Brust zu schlagen, den Westen für die Kreuzzüge zu tadeln, in den Kreuzzügen eine Ungerechtigkeit zu sehen, zum Schaden der armen, unschuldigen Muslime.Doch verfolgten die Kreuzzüge nicht nur die Absicht, wieder in den Besitz des Heiligen Grabes zu gelangen, sondern waren vor allem die Antwort auf vierhundert Jahre Invasion, Besatzung, Gewalt und Gemetzel, Eine Gegenoffensive, die die islamische Expansionsbestrebungen in Europa aufhalten sollte. Und sie (mors tua vita mea - dein Tod mein Leben) nach Osten umleiten. Richtung Indien, Indonesien, China, Afrika sowie Russland und Sibirien, wo die zum Islam übergetretenen Tataren schon den Koran verbreiteten.

Nach den Kreuzzügen begannen die Söhne Allahs in der Tat, uns genauso zu misshandeln wie vorher und schlimmer als vorher. Diesmal in Gestalt der Türken, die sich anschickten, das Osmanische Reich zu gründen. Ein Reich, das bis 1700 seine ganze Gier und Gefräßigkeit auf den Westen konzentrieren und Europa in sein bevorzugtes Schlachtfeld verwandeln sollte.

24.12.06 13:14

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